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Astrofotografie mit der IXUS Digital

Jeder der ein astronomisches Teleskop und eine Digitalkamera besitzt, kommt sicher irgendwann zu dem Punkt, an dem er Aufnahmen durch das Teleskop machen möchte. Hierzu eignet sich die IXUS Digital hervorragend.

Vielen Dank an Achim für die Anregung zu diesem Workshop.

Natürlich kann man keine Langzeitbelichtungen von Nebeln und Galaxien machen (Anmerkung: Die Belichtungszeiten in der Astrofotografie liegen im Bereich von mehreren Minuten bis Stunden), aber die Sonne, der Mond und sogar Planeten lassen sich sehr gut aufnehmen.

Da man das Objektiv der IXUS nicht abnehmen kann, bleibt nur die afokale Fotografie. Dies bedeutet, man schaut mit der Kamera wie mit dem Auge einfach in das Okular. Hierzu ist es von Vorteil, ein Okular mit großem Augenabstand zu verwenden. Die Möglichkeiten, die Kamera hinter’s Okular zu klemmen sind vielfältig und hängen von der jeweiligen Bauform ab. Ich verwende die Pentax XL Serie, an welche man die Kamera sehr einfach adaptieren kann. Hierzu schneidet man ein leeres Filmdöschen auf die passende Länge zurecht (einfach den passenden Abstand durch probieren ermitteln). Mit dem einen Ende steckt man das Döschen in die Okular-Augenmuschel (paßt bei den Pentax-Okularen haargenau) und in das andere Ende (mit dem kleinen Wulst) kommt die Kamera. Gehalten wird das ganze durch ein Gummiband, welches mit Kabelbindern am Okular festgemacht ist.

 

Man sollte aber daran denken die Abschaltautomatik zu deaktivieren, da es sonst passieren kann, daß das Objektiv einfährt und die Kamera nicht mehr hält....

Um Vignettierungen zu vermeiden, sollte man die Kamera in maximaler Zoompositon nutzen. Die Entfernung stellt man auf Undendlich und fokussiert über das Okular. Falls es der Autofokus der Kamera schafft auf das Objekt scharfzustellen, ist dies auch einen Versuch wert. Bei hohem Objektkontrast (Mond) und mit größeren Teleskopen könnte dies auch funktionieren.

Je nach Aufnahmeobjekt muß man die Belichtung stark (nach unten) korrigieren. Bei den Planeten werden diese sonst wegen des großen dunklen Umfeldes stark überbelichtet. Um Verwacklungen zu vermeiden sollte man den Selbstauslöser verwenden. Alternativ können die Aufnahmen auch mit der RemoteCapture Software direkt über den Computer gemacht werden. Dabei ist es jedoch hinderlich, daß man das Display der Kamera nicht zum Scharfstellen und Positionieren verwenden kann.

Bei allen Astroaufnahmen muss die Erdrotation berücksichtigt werden. Dies geschieht meist durch Verwendung einer sog. Parallaktischen Montierung, welche die Erddrehung ausgleicht. Bei „kürzeren“ Brennweiten (Vollformatige Mond und Sonnenaufnahmen) kann jedoch auf die Nachführung des Teleskopes verzichtet werden. So entstanden z.B. meine Fotos der Sonne und des Mondes mit einen kleinen 100mm/f6 Refraktor (Linsenteleskop) mit 600mm Brennweite ohne jegliche Nachführung. Die äquivalente Kleinbildbrennweite betrug dabei ca. 2000mm.

       
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Bei den gezeigten Aufnahmen der Saturnbedeckung durch den Mond (siehe auch http://www.sternfreunde-breisgau.de/saturnbedeckung.html) wurde der hierzu verwendete 150mm/f15 Refraktor (2,25m Brennweite) natürlich nachgeführt. Die äquivalente Kleinbildbrennweite betrug hierbei 7500mm.


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Der große Vorteil der Verwendung einer Digitalkamera zur Astrofotografie liegt darin, daß einerseits die mißlungenen Aufnahmen nichts kosten und man andererseits die Fehler schon direkt nach der Aufnahme erkennt und korrigieren kann. So kann man auch dem größten Hinderniss der Planetenfotografie, der Luftunruhe ("Seeing"), ein Schnippchen schlagen. Man macht einfach sehr viele Aufnahmen und wählt diejenigen aus, bei der die Luft gerade ruhig stand. Hierzu eignet sich auch hervorragend eine WebCam, aber das ist eine andere Geschichte...

Viel Spaß beim Experimentieren und "clear skies"!

 

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